University of Applied Sciences

Sprung über den Schatten – als Snowboarderin für die FHCHP unterwegs.

Wer denkt Ende März noch an Schnee und Ski fahren?

Während die meisten schon an Frühling denken, ging es für mich los nach Les Deux Alpes zum Snowboarden; und das nicht ohne Grund, sondern mit der Absicht die FHCHP bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften als Snowboarderin zu vertreten.

Voller Vorfreude und Neugier startete ich in eine aufregende Zeit. Ich fuhr zwar alleine los, aber  schon nach den ersten Minuten war ich im Gespräch mit anderen Studierenden. Es war spannend zu erfahren, woher die anderen kommen, was sie studieren und warum sie dabei sind.

 

In dieser angenehmen Atmosphäre voller Freude und Offenheit fanden auch die Wettbewerbe statt. Es gab die Disziplinen Snow-Cross  und Slopestyle, beides für Damen und Herren mit Skiern und Snowboard.

Da ich aus dem Schwarzwald komme, bin ich quasi auf der Piste geboren. Ich wusste, die Strecke für den Boardercross wird kein Problem, da ich an so etwas schon früher teilgenommen hatte. Aber vor dem Halbfinale war ich dann doch sehr nervös. Hier ging es nicht mehr nur um die Zeit. Mit drei anderen Frauen fuhren wir gleichzeitig durch die Kurven und über die Hügel, in der Hoffnung die besten Plätze zu belegen. Ich kam weiter ins Finale und merkte, wie aufgeregt ich war. Als ich dann die Ziellinie als Zweite überquerte, war ich einfach nur glücklich!

Am nächsten Tag und mit dem Contest im Slopestyle breitete sich neue Aufregung in mir aus. Mit Schanzen, Boxen und Rails kenne ich mich eigentlich nicht so gut aus. Bei dem Training vor dem Contest hatte ich mächtig Angst vor den großen Kickern, denn ich hatte nicht nur einmal in der Luft die Kontrolle verloren, wodurch es mich bei der Landung drei Mal überschlagen hatte. Auch die anderen Teilnehmerinnen hatten Respekt vor den Schanzen. Es tat gut, sich darüber auszutauschen, sich Tipps zu geben und zu wissen, dass man nicht alleine ist. Mit jedem Run gelangen mir die Sprünge besser, so dass es am Ende richtig Spaß gemacht hat, zu fliegen und das Adrenalin zu spüren. Ich bin also im wahrsten Sinne des Wortes über meinen Schatten gesprungen. Mit viel Mut, Geschick und auch etwas Glück landete ich schließlich auf Platz eins.

Bei der Siegerehrung feierten wir alle zusammen, egal welchen Platz wir erreicht hatten.

 

Durch diese Woche intensiv Snowboarden habe ich wieder einmal gemerkt, dass es dabei nicht nur um die körperlichen Aspekte der Sportart geht. Durch das wöchentliche Training im Studium war ich auf die physischen Anstrengungen gut vorbereitet. Mit den „verpatzten“ Sprüngen konnte ich körperlich gut umgehen, da ich durch das Studium weiß, wann mein Körper Ruhe braucht und welche Übungen ich zur Regenerierung machen kann. Für die mentale Vorbereitung war der Austausch mit anderen Studentinnen sehr wichtig. Auch das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt haben die Tage geprägt und mich gestärkt. Das macht deutlich, dass der soziale Aspekt bei einer Bewegungsdisziplin einen enorm großen Wert hat. Durch das Befahren der Boxen und Rails habe ich mich gefordert gefühlt und habe so – unter psychomotorischen Aspekten – neue Materialerfahrungen machen können.

Insgesamt lässt sich die Woche als guter und gelungener Theorie-Praxis-Transfer einordnen. Wir haben uns in der Psychomotorikvorlesung intensiv mit den Schwerpunkten Körper- Material- und Sozialerfahrung beschäftigt und ich konnte während der Meisterschaften in allen drei Bereichen Erfahrungen sammeln. Gekrönt habe ich den „praktischen Ausflug“ für mich persönlich als Snowboarderin (und als Studentin des Bewegungs- und Tanzstudienganges für die FHCHP) durch einen 1. und 2. Platz.

 

Für viele weitere Bereiche, wie Leichtathletik und sogar Debattieren, gibt es  Hochschulmeisterschaften, weshalb ich alle ermutigen möchte, mitzumachen und so über den eigenen Schatten zu springen. Man kann nicht nur seine eigenen Fähigkeiten erproben, sondern diese auch verbessern und viele Menschen treffen, die die gleiche Leidenschaft teilen.