University of Applied Sciences

Mittwochnachmittag, 12.9.2018, dreißig Vertreter verschiedener Praxiseinrichtungen, in denen dual Studierende der FHCHP eine Praxisstelle haben, kommen im Hoffbauer Tagungshaus zur Sommer-Praxiskonferenz zusammen. Auf der Tagesordnung steht ein Thema, das alle soziale Einrichtungen betrifft: die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit. Unter der Überschrift: „Soziale Arbeit – quo vadis? Zwischen Sparzwängen, Qualitätsansprüchen und Visionen“ referiert Prof. Dr. Marion Klein über das Dilemma der Sozialen Arbeit, die Interessen von Individuen und die Interessen der Gesellschaft zu vertreten und wie dieses Dilemma möglicherweise durch Professionswissen zu lösen sei. Wissenschaftlichkeit und ethische Standards wurden in diesem Kontext als Schlüsselbegriffe für eine Professionalisierung genannt.

Im zweiten Teil referierte Prof. Dr. Lars Distelhorst über die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit – die Unterwerfung der Sozialarbeit unter ökonomische Prinzipien im Gegensatz zu den vorher genannten Zielsetzungen der Sozialen Arbeit. Die Folgen dieses Prozesses sind nicht nur für die Klientel, sondern auch für Sozialarbeitende spürbar, beispielsweise in Burn-out-Erkrankungen.

Schließlich wurden die Folgen von Ökonomisierungstendenzen für Empowermentkonzepte der Sozialen Arbeit von Frau Prof. Klein diskutiert, die dabei von einer neoliberalen Umarmung der Sozialen Arbeit sprach. Das durch die Soziale Arbeit zu stärkende Individuum wird für den neoliberalen Arbeitsmarkt fit gemacht. Zu den Auswirkungen dieser Prozesse wurde eine Studie der TU Dortmund vorgestellt (diese Studie und die Referatsfolien können über das Sekretariat der FHCHP, info@fhchp, angefordert werden). Schließlich wurden sechs Bewältigungsstrategien für Sozialarbeiter_innen vorgestellt und auf ihren Sinngehalt hin untersucht. Last not least wurden im Kleinen, Mittleren und im Großen Anregungen für (politisches) Handeln vorgestellt, das für autonome und mündige Individuen steht.

In der Diskussion wurden Themen aus der Praxis wie Unterfinanzierung von Verweildauern in Kindertagesstätten, aber auch Verbesserungen in der Bildungslandschaft sowie die Wirkmacht von Eltern und Trägern, um berechtigte Interessen durchzusetzen, angesprochen.

Zu Beginn der Praxiskonferenz wurde über die erfolgreiche Akkreditierung des neuen dualen Bachelorstudiengangs ‚Medienbildung und pädagogische Medienarbeit‘ berichtet. Er wird im September 2019 starten und Studieninteressenten sind ab sofort eingeladen sich zu bewerben. Erstmalig wurde auch ein berufsbegleitender Weiterbildungsstudiengang ‚Einrichtungsleitung in Kindertagesstätten‘ in Form eines Akkreditierungsantrages auf den Weg gebracht. Auch dieser Bachelorstudiengang soll im September 2019 beginnen.

Die nächste Praxiskonferenz für neue Anleiter und Mentoren findet am 24. Oktober statt.