University of Applied Sciences

Niemals
im Inneren unfrei

empfindliches Kaffee-Aus
bunte Einsamkeit
Stille funkelt Seifenblasen

lachendes Chaos
plaudert in der Sonne

im Atem verbunden
Unruhe
Selten

Katja Thiele

 

Ausgangssperre

Niemals zuvor schien, wie jetzt, die Sonne
Es ist eine Wonne!
Doch sitze ich in meiner Bude
Regelmäßig wasche ich mir die Hände
Und starre an alle vier Wände
Ich frage mich, warum Covid-19?
Ich kann das alles schon verstehn‘
Doch, bei diesem Wetter nicht einfach rauszugehn‘
Ist so grauenhaft
Selten habe ich mir so sehr Regen erhofft!

Pauline Michael

 

Ich mit mir

Niemals zuvor stand die Welt so still
war so unruhig im gleichen Moment
hab oft überlegt wie ich das fänd‘
ob ich so für mich sein will

ich mach das Licht aus
schick meinen Hund raus
halt mir die Ohren zu
und komme trotzdem nicht zur Ruh

in mir ist
so viel Sturm
und so viel Drang
hab tausend Träume
so ein großes Verlangen
ewige Sorgen
und die Frage nach Morgen

selten war die Welt so leise
so laut im gleichen Moment
ich geh in mir auf Reisen
und such mein happy end

Lilly Emma Schneider

 

 

zentriert reduziert

Niemals zuvor fühlte ich die angenehme Stille
In der Stadt
Weit weg ist die Fülle
Von Menschenhand gemacht
Doch was verbirgt sich
In den unzähligen vier Wänden?
Gemütlichkeit umgibt mich
Doch was wird die anderen lenken?
Leid, Medienkonsum und Verdruss?
Selten waren die Menschen gemeinsam
Und gleichzeitig so einsam

Sina Fuchs

 

Blankvers

Die Seele ist ein reiches Gut
dir schenken wird ganz viel Mut
du pflegen wirst mit viel bedacht
und immer nehmen Rücksicht und Acht.

Carolin Wagenitz

Sonett

Das neue Virus, namens Corona,
kam nach Italien, traf auch Verona.
Gefährlich ist es, besonders für Oma.d

Zur Zeit keine Schule, auch keine Ferien,
was könn wir tun gegen diese Bakterien.
Nein, Bakterien ist das falsche Wort,
wir hoffen das Viraus macht sich bald fort.

Bitte nicht nur bis zu den Ferien,
Netflix ist voll mit guten Serien.
Auch Disney Plus ist seit heut am Start,
das Marketing war einfach zu smart.

Zu groß die Gier, zu groß der Neid,
um das Klopapier gabz es zu viel Streit.
Ich bin unsere Gesellschaft einfach leid.

Carolin Wagenitz

 

Es ist einmal

Es ist einmal, eine Zeit wie Niemals zuvor,
Radio Berichte, Dauerschleifen, Informationen steigen empor, Nachrichtensprecher die niemals zuvor welche waren,
diese uns heute mit Ihrem Halbwissen plagen.

Straßen gefegt, Leute leer, wo ist es hin das Menschenmeer?
Die Menschen die Rennen, vor der Zeit geflohen,
die nun werden von Frezeit bedrohen
Ein neuer Zwang zur Langsamkeit
mach sich nun langsam in der Gesellschaft breit.

Menschen bunkern, weil sie Ihre Gesundheit nicht bunkern können, statt statt gemeinsames teilen sich zu gönnen.
Sie sind durch größte Ängste und Geschichte geprägt.
Schulzuweisungen sich in den leeren Massen gesäht.

Grundbedarfe sind gedeckt, mal dran gedacht wer hinter steckt?
Auch das sind Menschen voll Ungewissheit
und dann macht sich noch Stress an den Verkaufskassen breit?
Wir alle durchleben die gleiche Zeit in unsren Welten,
Sein eigenes Verhalten überdenken ist jedoch weiterhin selten

Selina Barberi

 

Gedichtgestaltung von Pauline Michael – Sprachschwierigkeiten von Hans Manz

 

Gedichtgestaltung von Lilly Schneider – Wintermorgen

 

Gedichtgestaltung von Caroline Wagenitz – Salat

 

Gedichtgestaltung von Christoph Regen – Fallen

 

Niemals zuvor gab es Toilettenpapier, nur selten.
Niemals zuvor gab es Nudeln, Milch, Eier oder Mehl, nur selten.
Niemals zuvor mussten wir Schlage stehen, nur selten.
Niemals zuvor mussten wir Händewaschen, nur selten.
Niemals zuvor musste man Rücksicht nehmen, nur selten.

Niemals zuvor sprach Frau Merkel zu uns, nur selten.
Niemals zuvor ging es dem Klima gut, nur selten.
Niemals zuvor gab es Solidarität, nur selten.
Niemals zuvor wurden Berufe geschätzt, nur selten.
Niemals zuvor hat man zusammengehalten, nur selten.

Carolin Wagenitz

Coronazeit

Niemals zuvor hatte ich so wenig Angst.
Durch die Ausgangsbeschränkung,
fühle ich mich nicht wie im Knast.
Es ist eher die Besorgnis um unsere Gesellschaft die mich quält
und die Frage wie lange das noch weiter geht.

Die Menschen verlieren langsam den Verstand,
scheinbar hatten viele noch nie so was wie Anstand.
Der Kapitalismus hat uns ein Bein gestellt,
verarztet werden wir von den Menschen die er täglich am härtesten trifft.

Es retten uns die, die wir sonst belächeln.
Die Menschen die wir sogar als schlechtes Vorbild bemessen.
Sei fleißig in der Schule sonst landest du auch an der Kasse,
sagt eine Frau und kauft 4 Wochen später zehn Nudel Packungen.

Die Sonne scheint, die Erde atmet.
Einige von uns werden kreativer.
Durch die Distanz liebt der ein oder andere intensiver.

Die Coronazeit ist eine Chance, wir sollten uns diese nicht verscherzen
Selten hatten wir so einen klaren Blick auf unserer Mitmenschen Herzen.

Ana Dias

Sonett – Berlin

Berlin, für mich die Stadt der Liebe, Heilung.
Denn hier fand ich Hoffnung, Zuflucht und Schutz.
Ich fand Akzeptanz, Kreativität und Schmutz.
Wenn mir was nicht passt, sag ich meine Meinung.

Berlin, ein Ort von Spaß und Tanz und Leistung.
Die Herausforderung lehrt‘ mich den Selbstschutz.
Lehrreich, denn oft fühlt‘ ich mich wie ein Nichtsnutz.
Die Höhen, Tiefen trugen bei zur Reifung.

Berlin, die Heimat derer die ich liebe.
Die meiner Manas und die meines Liebsten.
Berlin, die Heimat vieler Taschendiebe.

Hier mag ich Intimität am allerliebsten.
Berlin, da wo ich küsse. Mit Vorliebe.
Die Stadt, wo sie mich mit Herz begrüßten.

Ana Dias

Kämpferherz

Niemals zuvor war alles so schnell.
So schnell mit den Menschen, dem Funktionieren,
dem Wandel und dem Wegschauen.
Wegschauen von Katastrophen.
Vom Menschen erschaffen und ignoriert von eben jenem.

Und es reichte.
Und es ging nicht mehr vor und nicht zurück.
Weil niemand verstand.
Und je dramatischer es wurde,
umso drastischer musste Mutter Erde reagieren.

Damit alle wiederfinden, was sie verloren haben.
Zu dem finden, was sie vergessen haben,
beim schneller werden, beim weiterkommen, beim besser sein.
Damit die Schnelligkeit sich nicht überschlägt.
Und die Erde wieder atmen kann,
während sie sich ihre Kraft zurück erkämpft.

Und die Schwachen sind die Starken.
Und die Starken sind die Schwachen.
Und nun brauchen sie sich gegenseitig.
Wie schrecklich. Wie wunderbar.
Wie wunderbar schrecklich.
Selten lernen Menschen aus Fehlern.

Annika Fischer

Hexameter
Wo sind sie? Einsam und leidend mit Panik vorm Fernseher, Blick leer.
Wer sind sie? Was sind sie? Wer hat sie? Einfältig träge und so schwer
Weshalb sind sie es und weinen? Und niemals die meinen schon immer.
Sklaven im Wohnzimmer, Waren und Narben der Zeit machen’s schlimmer

Christoph Regen

Blankvers
Ich geh entlang der Brücke, nasse Füße
Weshalb das Wasser mich so anzieht? Weiß nicht.
So kalt die Beine, Wald und Steine. Nur ich.
Manchmal sind Wege endlos lang und ohne Zeit
So alt die Bäume und Blätter. Wetter? Stimmt so!

Christoph Regen

Sonett

Die Sonne. Augen küssen blass ihr Licht.
Ein Freund, ein Feind?entgegen Aller Gott.
Mein Leben geb‘ ich vergebens. Kein Spott
Die Asche, Wasser, Winter, Feuer sticht

Staub ist und bleibt mein Freund auf Raten, oft.
Gehen wir? Geh‘ ich endlich hin zum Licht!
Zusammen?Angesicht zu Angesicht.
Der kalte Bildschirm blutet Microsoft.

Auf einer Straße zwischen Tag und Nacht.
Trau nicht den Sternen, lachen sie auch laut.
Trau nur dem Herzen, dass durch Nebel schaut.

Auf einer Straße zwischen Tag und Nacht
Dort klingen Worte weise doch auch laut.
Auf glattem Asphalt neuer Morgen graut.

Christoph Regen

Fallen

Niemals zuvor mit schweren Schläfen schlief ich doch so fest
Die Arme fallen wie Zement, die Augenlieder angekettet
Der süße Duft vom Tannenholz, im Seidenkleid gebettet.
Der warme Atem, kühler Zug weit weg bleibt aller Rest.

Niemals zuvor mit schweren Schläfen schlief ich doch so fest
Ich frag mich wer? Hat je so tief geschlafen
Ein Wachhund unter Schafen
Ein junger Vogel getreten aus dem Nest.

Im freien Fall, spürt er das All
und sieht wie klein und wunderschön
und niemand kann ihn hintergehen
Er streckt nun seine Flügel aus
Der Sonne entgegen
So dankbar fürs Leben

Nie schöner war der Morgentau
Auch wenn ich in die Ferne schau
Ich danke allen, dass ich bin
Im Herbstwind wie ein Kind
Doch Wolken seh‘ ich selten.

Christoph Regen

Gedanken zu Zeiten wie diese

Niemals zuvor musstest du so plötzlich mit dir allein sein

Jetzt guck dich mal ganz genau an

Augen auf

Siehst du was?

Siehst du das?

Dir wird klar

Du versteht jetzt endlich, AH!

Wenn wir zusammenhalten müssen

Ist keiner mehr da

Hass, Hetze – alle dabei

verletzende Sätze – wir sind vereint!

Trost, Beistand – hey, wo seid ihr?

Gemeinsam gegen einen unsichtbaren Feind? Selten.

Marie Furchtmann