University of Applied Sciences

Auch in diesem Frühjahr fanden wieder tolle und vielseitige Workshops statt. Einige stellen wir hier vor.

 

PoetrySlam

 

Spuren wie balsam zutiefst eingegraben

Lachen entsprungen verborgenen tiefen

Augen von menschen die leben und atmen

Münder die sprechen wo vorher nur schweigen

Poetry draußen und drinnen erwachend

Ohren die hören was keiner erwartet

Endlich erleben was schlummert in tiefen

Träume erklingen von neuem zum leben

Randvolle hände erfüllte gedanken

Yber die ufer ergießt sich das licht

 

Wir Sprachstudierenden des ersten Jahres hatten dieses Trimester die fantastische Möglichkeit, uns für einen selbstorganisierten Poetry Slam Workshop in Kleingruppen auf die Räume der weitestgehend leerstehenden Hochschule aufteilen zu können – denn kaum ein anderer Workshop fand in Präsenz statt.

Angelehnt an das Poetry Slam Seminar von Suse Weisse übten wir Studierenden die Grundlagen des Schreibens von Slamtexten und lernten etwas über Humor und Improtheater – besonders nützliche Anwendungen und Tricks wurden uns zum Thema (Bühnen)Präsenz und Ausdruck gezeigt.

Am Ende konnten alle auf der Bühne ihre Mikrofonstimme und ihre entstandenen Anmoderationen und eigenen Texte ausprobieren und hatten viel Spaß dabei!

Der Workshop bestand für jede der drei eingeteilten 5er-Gruppen aus pro Tag jeweils einem Präsenzblock mit dem Poetry Slammer Jesko Habert als Workshopleiter und zwei digitalen Blöcken, die das Erleben von freien kreativen Prozessen möglich machten: Jesko sagte uns vorher, zu welchen Themen wir in dieser Zeit arbeiten sollten und wir nutzten das digitale Workshopangebot seiner Website. Nebenher war unter uns Studierenden Raum für intensiven Austausch und inspirierende Gespräche, die aus unseren verfassten Texten persönliche Noten rauskitzelten.

Durch die kleine Gruppengröße konnte auch in den Präsenzblocks stark auf die einzelnen Gruppenmitglieder eingegangen werden, was das Projekt sehr intensiv machte und ihm eine sehr vertraute und persönliche Atmosphäre verlieh.

Die Studierenden haben alle bühnenreife Texte produziert und freuen sich auf ihren ersten echten Slam oder eine mögliche Fortsetzung im Sommer!

Interesse an Loop Slam/Veranstaltungen der Kiezpoeten? – Hinweise hier https://tickets.kiezpoeten.com/produkte

Für alle Neugierigen hier einige Einblicke:

 

„Zum Nachtisch gibt es einen süßen Streit mit meinem sauren Freund und die Tränen auf meiner Zunge sind das erste Salz das ich heute schmecke.

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Gleichzeitig bin ich satt von mir und erzähle dir, dass das mit dem Fitnessprogramm riiiiiiiichtig gut läuft.“

Hannah-Lisa Tauschke

„Хочешь слух рассказов длинных,

1992 – rumänisch-französische Grundschule. Vokabel lernen:

j’ai, tu as, il/elle a, nous avons…

Wechsel auf die Kunstinternatschule:

Aquarell, Gouache, Acryl-, Ölfarben.

Lange Sommernachmittage draußen.

Steppenlandschaft, 40 Grad, kein Trinkwasser.

Хочешь, я взорву все звезды, Что мешают спать..

Begegnung mit V. Sie malt.

Er spielt. Zymbal.

Sie hat braune Augen.

Er hat braune Augen.

Telefonnummer ausgetauscht:

heute Abend, 19.00 Uhr, nicht später!

Punkt 19.00 Uhr klingelt das Telefon.

Ihr Vater legt auf – hier wohnt keine Vera. 

Хочешь сладких апельсинов,.

Depression.

Ihre Bilder wurden immer schwarzer.

Malewitsch“

Vera Goetz

„ferne die menschen wer sieht mich schon zittern zagen zerstieben zerbrechen zerfleddern“

Veronika Sigrunn Krenn

„Irgendwie traurig, dass ich euch das gar nicht erst erklären muss,

warum ich niemanden treffen darf.

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Wer vorher müde war, war’s von zu viel,

wer’s jetzt is, isses von zu wenig“

David Amelie Forkl

Embodied – Tanzworkshop

Im Rahmen des Workshops „Embodied“ erforschten die Studierenden die Sprache des Tanzes und die Verkörperung von Emotionen. Jedes Gefühl spiegelt sich auch in der Körperhaltung wieder, verändert diese. Und eine bestimmte Körperhaltung wiederum kann Inspiration für neue und bisher unbekannte Bewegungsmuster geben.
Gezielte Übungen führten dazu, Haltungen länger als gewöhnlich auszuhalten und intensiv wahrzunehmen, wie diese Haltung empfunden wird.
Das besondere Format des Zusammenkommens im virtuellen Raum veränderte Möglichkeiten der gegenseitigen Wahrnehmung, schränkte diese auf Bildschirmgröße ein und schaffte dennoch ein Miteinander über die große räumliche Entfernung hinweg.
Auch ergab sich die Möglichkeit völlig freien tänzerischen Experimentierens fernab jeglicher Fremdwahrnehmung innerhalb der eigenen vier Wände. Der Austausch untereinander wurde durch Gruppenarbeiten in immer neuen Konstellationen und das gegenseitige Zeigen von Bewegungsmaterial ermöglicht. Anhand von Fragestellungen entwickelten die Studierenden eigene Zugänge, um das Bewegungsmaterial anderer zu interpretieren oder bewegte tänzerische Antworten darauf zu finden.
Der Wechsel zwischen theoretischen Auseinandersetzungen und tänzerischem Forschen
ermöglichte einen intensiven und vielfältigen Zugang zu den Themen der verkörperten Emotion und der Kommunikation miteinander.

Carla Petzolt www.dance-in-between.com

Turntablism – DJing – Beat Making/Finger Drumming

Die Studierenden wurden im Rahmen des Workshops in verschiedenen Bereichen der digitalen Performance Art unterrichtet. Dazu gehören DJing, Turntablism, Remixen von STEMS, Finger Drumming, Live Looping und Musikproduktion in Ableton bzw. Maschine. Neben der Verwendung von Tracks und Sounds aus dem Bereich Elektro, Techno und Hip Hop ging es insbesondere auch darum, die Instrumente und musikalischen Vorlieben der Studierenden einzubinden. Die kreative Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne führte zu interessanten Symbiosen und jeder Menge Spielspaß. In Folge dessen sind Tracks oder auch DJ Sets entstanden. Zusätzlich wurden kleinere Videos aufgezeichnet, in denen die Teilnehmer zu sehen und hören sind.

Der Workshop war ein toller und besonderer Erfolg, da die Vielzahl der Studierenden über den gesamten Zeitraum ein starkes Interesse zeigten, obgleich die Umstände (bezüglich Pandemie) natürlich besonders sind.

Alex Sonnenfeld

DigiTales – Ein powervolles Tool um Menschen ohne Stimme eine Plattform zu geben

DigiTales ist eine Form des digitalen Storytellings, indem persönliche Geschichten mittels einzelner Fotos, Musik, Voice Over, Texten (wie z.B. Briefe) in kurzen Filmen erzählt werden. Der Fokus liegt dabei auf dem emotionalen Kern der Geschichte und die technische Umsetzung ist eher einfach. Die reduzierte Umsetzung basiert auf der Idee, dass jeder, egal welche Vorkenntnisse er oder sie besitzt, mitmachen kann und seine eigene, persönliche Geschichte einem größeren Publikum zugänglich machen kann.

Die DigiTales-Bewegung wurde in den 90’er Jahre in den USA gegründet (www.storycenter.org). DigiTales wirken identitätsbildend und werden als Instrument zur Teilhabe und zum Empowerment weltweit im Bildungsbereich, in Museen, von gemeinnützlichen Organisationen etc. eingesetzt.

In dem Workshop stellten die Studierenden eigene DigiTales her. Sie lernten die Methode kennen und wurden als DigiTales-Trainer*in qualifiziert, um die Methode in der eigenen Arbeit mit Klienten einsetzen zu können.

Signe Astrup

„Pimp up your voice…“ Stimmtraining für die gesunde Stimme im pädagogischen Alltag

In diesem Workshop setzten sich die Studierenden mit ihrer individuellen Sprechstimme auseinander. Was kann meine Stimme im Berufsalltag leisten und was kann sie nicht? Was tut meiner Stimme gut und was eher nicht? Und was kann man individuell tun, um die eigene Stimme gesund zu erhalten?
Mitarbeiter*innen in pädagogischen Berufen gelten als Berufssprecher*innen. Darin liegt die Aufforderung, der eigenen Stimme und der Stimmgesundheit Bedeutung beizumessen. Der Workshop ermöglichte dies in einer angenehmen, wertschätzenden und humorvollen Art und Weise und vermittelte folgende Kompetenzen:
* besseres Kennenlernen der eigenen Sprechstimme
* viele praktische Übungen zur Entspannung und Entfaltung des Stimmklanges beim Sprechen
* Sprechen vor und in Gruppen
* Möglichkeiten zur Einflussnahme auf Stimmbelastungen (Lärm, Raumakustik, Sprechmenge u.a.)
* Kenntnisse zur Stimmhygiene und Stimmgesundheit
Der Workshop zielte u.a. darauf ab, die Belastbarkeit der Stimme als Berufswerkzeug zu erhalten und auszubauen.

Ulrike Felsing

Stress und Meditation im pädagogischen Alltag

Innere Freiheit und Zufriedenheit – das sind Zustände, die wir vielleicht oft in unserem Alltag vermissen. Schon von klein auf an werden wir durch den Druck und den Stress in unserer Gesellschaft geprägt. Selbst Kinder und Jugendliche sind dem Stress z. B. durch hohe Anforderungen in der Schule ausgesetzt. Mit Hilfe von Meditationstechniken können wir dem entgegenwirken, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der Entspannung und Stressreduktion anbieten und sie darin unterstützen, ihren Druck und Stress zu reduzieren. Dabei können wir über verschiedene Schichten mit ihnen arbeiten z. B. körperlich, mental oder auch emotional. In diesem Meditationstraining im Rahmen der Projekttage im Frühjahr 2021 lernten die Studierenden Techniken der Meditation aus westlicher Wissenschaft und fernöstlicher Weisheitslehre – kompakt für den pädagogischen Alltag zugeschnitten.

In vier Modulen stellten die Meditationslehrer Jannyn Saß und Rtam Roland Kiesel verschiedene Meditationstechniken in Theorie und Praxis vor.

1. Körper und Bewegung 

Im ersten Modul wurde eine Einführung zu Meditationstechniken aus der ganzen Welt vorgestellt, aber auch Hintergrund vermittelt, wozu man überhaupt meditiert und was meditative Zustände sind. Darüber hinaus lernten die Studierenden Bewegungsmeditationen aus der Chinesischen Medizin wie Schüttel-QiGong kennen, aber auch die wichtigsten Entspannungspunkte aus der Chinesischen Medizin. Aber auch der indische Einfluss kam nicht zu kurz, so dass die Studierenden Übungen aus der Yoga-Praxis kennenlernten, um anschließend eine kleine Yoga-Reise für Kinder und Jugendliche spielerisch anzuleiten. Zudem wurde die Emotional Freedom Techniques präsentiert, die schnelle Veränderungen des emotionalen Zustandes bewirken können und sich auch für Kinder und Jugendliche hervorragend eignen.

2. Visionsreisen und Trance-Coaching

Im zweiten Modul ging es um Visionsreisen und Trance-Coaching. Wir vermittelten Hintergrund dazu, wozu Visionsreisen dienen, aber auch wie man selbst eine Trance-Coaching-Sitzung selbst anleiten kann und worauf dabei zu achten ist.

3. Atem und Achtsamkeit

Im dritten Modul wurde die Achtsamkeit als Meditationstechnik näher unter die Lupe genommen. Fragen wie, was Achtsamkeit ist und die Säulen der Achtsamkeit wurden theoretisch vorgestellt und in mehreren Achtsamkeitsmeditationen praktisch geübt. Zusätzlich wurde auf die Bedeutung des Atems in Meditationen eingegangen und anhand von Atemübungen praktisch ausprobiert.

4. Emotionen

Im vierten Modul drehte sich alles um Emotionen. Was ist der Unterschied zu Gefühlen, wie wirken sich Emotionen auf die Wahrnehmung aus, wie kann man sich von Stress und innerem Druck befreien und wie kann man Kinder bei ihren Emotionen unterstützen.

Jannyn Saß