University of Applied Sciences

DJing und digitale Audiobearbeitung stellen in der heutigen Tonkunst ein unverzichtbares Element dar. Turntablism beschreibt eine neuartige Instrumentalmethodik, die aus einer spieltechnischen Erweiterung des DJing entstanden ist. Dabei werden analoge Scratch- und Mischtechniken mit digitalen Softwaretechniken kombiniert. Diese Kunstform erlaubt es, sprichwörtlich mit Audiosamples zu musizieren. Die aufgezeichnete Akustik wird zum Spielkörper, der durch instrumentelle Handarbeit soweit verformt wird, dass daraus neue Klänge entstehen. Voraussetzung dafür ist ein Instrument, dessen Funktionen es erlauben, alle musikalischen Parameter des Tonmaterials bewusst zu verändern – ein musikalisches Werkzeug, das die technische Entwicklungssumme bereits existierender analoger und digitaler Komponenten vereint – das sogenannte Tonspielzeug, eine Kombination aus Turntable, Mischpult und Computer.

In diesem Workshop musizierten die Teilnehmer*innen unter Anleitung von Alexander Sonnenfeld. Er ist seit 25 Jahren Turntablist und entwickelte ein Musiknotationssystems für Turntablism/DJing, das vom Komitee der „Tenor Music Conference“ der Cambridge University 2016 anerkannt wurde. Dies trug maßgeblich zur theoretischen Legitimierung dieser Kunst als Musikform bei. Die Workshop-Teilnehmer*innen verwendeten den Plattenspieler als Musikinstrument und bedienten sich z. B. des Scratchings, Beat Jugglings sowie Tone Playings. Darüberhinaus erlernten sie die Grundlagen des Auflegens und Mixens von Musik und die Grundlagen computerbasierter Musikproduktion an MIDI-Controllern.