University of Applied Sciences

An drei Tagen wurden die Teilnehmer*innen unter Anleitung von Annette Paul (freischaffend im Bereich Konzeptkunst, Installation und Performance; Netzwerkerin, um nachbarschaftliche Initiativen bei der Umsetzung von Veranstaltungen u.a. in der Willkommenskultur zu unterstützen) mit dem Drum und Dran der Planung eines Kulturprojekts konfrontiert. Um die einzelnen Planungsschritte nachzuvollziehen, gab es einerseits praktische, spielerische Übungen im Team und andererseits Formulare, die notgedrungen auch ausgefüllt werden mussten. So wurden die notwendigen Bedingungen für das Gelingen eines Projekts herausgearbeitet und jede*r konnte schauen, welche besonderen Fähigkeiten sie/er mit in das Organisationsteam einbringen konnte. Stärken, Schwächen und Fehlendes konnten durch Zusammenarbeit kompensiert werden und jede*r Wertschätzung für besondere Eigenschaften bekommen.

Im Kreis sitzend wurde miteinander rekapituliert, welche Ergebnisse die einzelnen Gruppen bei den Übungen erzielten. In der spielerischen Phase wurden fiktiv Einzel- und Gruppenprojekte entwickelt. Es wurden Zeitschienen erarbeitet, Kalkulationen erstellt, Logos entworfen, Plakatankündigungen gestaltet, eine PowerPointPräsentation entwickelt, Förderanträge und Verwendungsnachweise ausgefüllt und jede Menge recherchiert zu Verordnungen, Versicherungen und Hygienevorschriften.

Die Abwechslung zwischen aktivem Kreativschaffen und akribischem Erfüllen von Verwaltungsvorschriften hatte eine gute Balance, so wie man sie auch jedem Kulturprojekt wünscht.

Der besondere Charme des Workshops lag darin, dass die Teilnehmer*innen mit einigen ihrer Projekte aus der Ecke des Fiktiven ganz nah an eine Umsetzung rückten, dass es nicht verwundern würde, wenn diese tatsächlich demnächst zur Realität würden.

Souverän konnten die Teilnehmer*innen bei der abschließenden Präsentation den Kommiliton*innen ihre Projektentwicklung vorstellen und sie dadurch noch mehr in den Bereich des Machbaren überführen. Sie machten deutlich, dass bei all den Anträgen und Formularen und dem Erfüllen von Richtlinien der Spaß am Projekt und das Brennen dafür nicht auf der Strecke bleiben. Und sie erfuhren, wie wunderbar Stärken in einem gemeinschaftlichen Wirken die individuellen Schwächen ausgleichen. Ich bedanke mich bei den Teilnehmer*innen, die sich auf alle Vorschläge bereitwillig und kreativ einließen.

Annette Paul, März 2020