University of Applied Sciences

Unser Seminar fand in Kooperation mit dem PsychoMotorik Verein Berlin-Brandenburg e.V. statt. Vorgestellt wurden fünf Module/Themenkomplexe der Psychomotorik (Theorie, Bewegungsbaustelle, Rhythmus und Sprache, Sensorische Integration und Yoga Motorik).

Zunächst vielleicht ein paar einleitende Worte zur Psychomotorik:

Das Themengebiet der Psychomotorik wurde in den 1950er Jahren durch E.J. Kiphard gegründet aus seiner praktischen Arbeit mit entwicklungsverzögerten und verhaltensauffälligen Kindern. Ziel ist eine ganzheitliche Entwicklungsförderung durch Bewegung. Wichtig ist dabei das Zusammenspiel aus der Psyche und der Motorik, wodurch die gesamte Persönlichkeitsentwicklung gefördert wird durch Körperwahrnehmung- und Erfahrung bzw. Selbsterfahrung, Material- und Sozialerfahrung. Dabei orientiert sich die heutige Psychomotorik vor allem an den Bedürfnissen der Kinder und lässt Raum für individuelle Interessen, weckt die Neugierde und unterstützt das Bedürfnis nach neuen Erfahrungen durch erlebnisreiche Bewegungsangebote.

Es wird ein breites Spektrum an Basiskompetenzen abgedeckt, dazu gehören z.B. Grob- und Feinmotorik, Koordination und Gleichgewicht, Entspannung und Konzentration und weitere.

 

Bleiben wir bei der Entspannung und Konzentration. Wer in einer Kinder- oder Jugendeinrichtung arbeitet, bemerkt vielleicht bei dem ein oder anderen Akteur, dass er/sie sehr unruhig ist, zappelt, sich nicht konzentrieren kann oder so aufgeregt ist, dass er/sie nicht zur Ruhe kommt. Dabei kann eventuell die Yoga Motorik helfen.

Die Yoga Motorik setzt sich aus den Bestandteilen Bewegung, Entspannung, Gleichgewicht und Sprache zusammen. Je nach Bewegungsangebot werden dabei die Basisziele eingebracht und umgesetzt. Hierbei ist vor allem die Abwechslung zwischen Entspannung und Action wichtig.Die Sitzung leiteten wir ein mit einer Übung zur Konzentration. Durch eine gestaltete Mitte, wie sie auch im Kinder-Yoga üblich ist, erfüllte sich der Raum mit einer angenehmen und einladenden Atmosphäre. Passend zur Jahreszeit befand sich vor uns eine Schneelandschaft, gestaltet durch Tücher, Eisblöcke aus Styropor, ein Schneemann und Schlitten, damit die Geschenke an die Kinder verteilt werden können.Herumgereicht wurde ein kleiner Korb mit auf Spießen geklebten Rentieren, die wir als Zugtiere in die „Eisblöcke“ gepiekt haben. Der Schwierigkeitsgrad kann der Gruppe angepasst werden. So muss der Korb nicht reihum, sondern kann durch aufeinander zugehen und aufpassen weiter gereicht werden.

Jana Raatz

Danach erfolgt ein Bewegungsspiel. Natürlich ist es optional wie das Bewegungsspiel gestaltet wird. So gab es z.B. die Anregung für ein Go-Kart-Rennen oder einem Katz-und-Maus-Spiel, aber auch aktives „Schlittschuhlaufen“ wäre eine Variante für eine Bewegungseinheit.Als kleine Anregung hier eine Spielidee: Die Katze liegt auf der Lauer und die Mäuse versuchen an ihr vorbeizukommen, um Essen an ihr vorbei zu schmuggeln. Als Beispiel kann das Essen symbolisiert werden durch Tücher, die um die Katze gelegt werden. (Es handelt sich hierbei um ein Konzentrationsspiel, bei dem genaues Hinhören und geübtes Schleichen gefördert werden und von Vorteil sind.)Danach folgt wieder eine Entspannungsübung (z.B. Geschenke stapeln) und wieder ein Bewegungsspiel, so lange, wie die Bewegungseinheit gehen soll bzw. die Kinder und Jugendlichen den Spielen folgen können.

Es empfiehlt sich, solch ein Bewegungsangebot mit einer ruhigen Übung zu beenden, da die Yoga Motorik auf Beruhigung abzielt.

Vielen Dank an den PsychoMotorik Verein Berlin-Brandenburg e.V. und die Dozentin! Wir hatten in jedem Modul sehr viel Spaß und gehen mit tollen Anregungen in unsere Praxisstellen.